Spatzen sind gesellig, laut und ausgesprochen anpassungsfähig. Unter Dachziegeln, im Rollladenkasten oder hinter der Fassadenverkleidung ziehen sie Jahr für Jahr ihre Jungen groß, im Garten picken sie Saat und Rasensamen, und im Stall bedienen sie sich am Futter. Hier erfahren Sie, wie Sie Spatzen vertreiben, was dauerhaft hilft und was beim Sperling erlaubt ist.
Was bedeutet Spatzen vertreiben?
Spatzen vertreiben heißt, den Vögeln Nistplätze und Futter an einer bestimmten Stelle zu nehmen – nicht, sie ganz aus der Umgebung zu verbannen. Gemeint sind meist der Haussperling (Passer domesticus) und der Feldsperling (Passer montanus), umgangssprachlich Spatzen genannt. Ob Sie Spatzen verscheuchen, verjagen oder fernhalten möchten: Es geht immer darum, dass sie woanders brüten und fressen.
Spatzen sind Höhlen- und Nischenbrüter. Sie nutzen jede Öffnung ab etwa drei Zentimetern: Lücken an der Traufe, Rollladenkästen, Lüftungsschlitze, Mauerritzen, Dachrinnen. Sie brüten in Kolonien und ziehen von April bis August zwei bis vier Bruten groß. Weil der Haussperling in Deutschland auf der Vorwarnliste der Roten Liste steht, lohnt sich ein Vorgehen, das nur die Problemstelle trifft.
Warum Spatzen vertreiben wichtig ist
Spatzennester unter dem Dach bringen Nistmaterial in die Dämmung, verstopfen Dachrinnen und Lüftungen und sorgen ab dem frühen Morgen für lautes Tschilpen. Im Rollladenkasten blockiert das Nest den Rollladen, an der Fassade hinterlassen die Vögel Kot.
Im Garten picken Spatzen frisch gesäte Samen, Rasensaat und Keimlinge auf und baden im Sand der Beete. In Ställen und Hallen fressen sie Futter, verschmutzen es mit Kot und können Keime zwischen Beständen übertragen. Wo ein Spatzenpaar erfolgreich brütet, kommen im nächsten Jahr meist weitere dazu.
Spatzen vertreiben: So gehen Sie vor
Spatzen unterm Dach: Öffnungen schließen
Die wichtigste Maßnahme ist das Verschließen der Einflugöffnungen. An der Traufe hilft ein Vogelschutzgitter oder Lüftungskamm, der die Lücke zwischen Dachrinne und erster Ziegelreihe schließt und trotzdem Luft durchlässt. Rollladenkästen sichern Sie mit Bürstendichtungen, Lüftungsschlitze mit feinem Gitter. Arbeiten Sie außerhalb der Brutzeit, also etwa von September bis Februar, und prüfen Sie vorher, ob kein Nest mehr besetzt ist.
Im Garten: Saat abdecken
Gegen Spatzen in Beeten und auf frischer Rasensaat hilft Vlies oder ein engmaschiges Netz direkt nach dem Säen. Sobald die Pflanzen kräftig genug sind, können Sie die Abdeckung entfernen. Futterstellen sollten so aufgestellt sein, dass kein Futter auf den Boden fällt.
Im Stall und in Hallen
In Ställen, Reithallen und Lagerhallen kommt es auf geschlossene Futterlager und engmaschige Netze vor offenen Toren, Fenstern und Lichtbändern an. Auf großen Hallendächern und Hofflächen hält bewegliche optische Vergrämung die Schwärme auf Abstand.
Ersatzbrutplatz anbieten
Wer Spatzen nur vom Wohnhaus fernhalten möchte, kann ihnen mit einem Sperlingskoloniehaus am Gartenhaus oder an einer Scheune einen Ersatzbrutplatz anbieten. So bleiben die nützlichen Insektenfresser in der Nähe, ohne am Haus zu stören.
Tipps und häufige Fehler
Der häufigste Fehler ist das Verschließen während der Brutzeit. Wer ein Nest mit Eiern oder Jungen einsperrt, verstößt gegen das Naturschutzrecht – und die Jungvögel verenden qualvoll. Ebenso oft werden nur einzelne Öffnungen geschlossen: Spatzen finden die nächste Lücke wenige Meter weiter.
Hausmittel wie Essig, Alufolie, CDs oder Duftstoffe wirken bei Spatzen kaum. Sie orientieren sich vor allem optisch und gewöhnen sich schnell an Reflexe. Auch Spikes helfen wenig, weil Spatzen klein genug sind, um zwischen den Stäben zu landen. Ultraschallgeräte erreichen sie nicht.
Fazit und weiterführende Informationen
Spatzen vertreiben heißt vor allem, Öffnungen zu schließen: Vogelschutzgitter an der Traufe, Dichtungen am Rollladenkasten, Netze vor Stalltoren – und das außerhalb der Brutzeit. Im Garten schützt Vlies die Saat. Hausmittel, Spikes und Ultraschall helfen kaum. Mehr zu anderen Vogelarten lesen Sie im Hauptratgeber.


