Amseln gehören zu den häufigsten Gartenvögeln – und zu den ärgerlichsten, wenn sie den Rindenmulch über den Weg verteilen, frisch gesetzte Pflanzen ausgraben oder die Kirschen anpicken. Hier erfahren Sie, wie Sie Amseln vertreiben oder gezielt fernhalten, welche Hausmittel wirklich helfen und was bei der geschützten Art erlaubt ist.
Was bedeutet Amseln vertreiben?
Amseln vertreiben heißt, die Vögel von bestimmten Stellen im Garten fernzuhalten – vom Hochbeet, vom Mulchbeet, vom Beerenstrauch oder vom Kirschbaum. Ganz aus dem Garten vertreiben lassen sich Amseln kaum, und das ist auch nicht nötig: Sie fressen Schnecken, Würmer und Insekten und sind als Singvögel nützliche Gartenbewohner.
Die Amsel ist eine Drossel. Sie sucht ihr Futter am Boden, scharrt dafür im Laub und im Mulch und frisst im Sommer reife Früchte. Ab Februar beginnt die Brutzeit, und bis in den Sommer zieht ein Paar oft zwei bis drei Bruten groß.
Warum Amseln vertreiben wichtig sein kann
Der häufigste Ärger sind ausgescharrte Beete: Amseln werfen Rindenmulch, Erde und junge Pflanzen auf Wege und Rasen. Im Hochbeet graben sie frische Saat und Setzlinge aus. Im Sommer picken sie Kirschen, Johannisbeeren, Heidelbeeren und Erdbeeren an, die danach faulen.
Auf dem Balkon nisten Amseln gern in Blumenkästen und Kübelpflanzen. Ein Nest mit Eiern oder Jungen ist geschützt und darf nicht entfernt werden. Wer Amseln vom Balkon fernhalten möchte, sollte deshalb schon vor der Brutzeit handeln.
Amseln vertreiben: So gehen Sie vor
Beete mit Gitter oder Netz schützen
Ein flaches Gitter oder Netz knapp über der Erde hindert Amseln am Scharren. Im Hochbeet genügt ein Netz über einem einfachen Rahmen. Grober Mulch und Steine am Beetrand machen das Scharren weniger attraktiv als feiner Rindenmulch.
Beeren und Kirschen einnetzen
Gegen Fraß an Obst hilft nur ein Netz, das Strauch oder Baum vollständig umschließt. Bringen Sie es an, sobald sich die Früchte verfärben, und nehmen Sie es nach der Ernte wieder ab.
Bewegliche Reize einsetzen
Windräder, Flatterband oder eine Greifvogel-Silhouette, die sich im Wind bewegt, verunsichern Amseln für einige Zeit. Wechseln Sie den Standort alle paar Tage, damit die Wirkung nicht nachlässt.
Futterangebot verändern
Fallobst und offen liegendes Vogelfutter am Boden ziehen Amseln an. Sammeln Sie es regelmäßig auf und bieten Sie Futter für Singvögel lieber in hängenden Futtersäulen an.
Drosseln: Singdrossel, Wacholderdrossel und Misteldrossel
Was für Amseln gilt, gilt auch für ihre Verwandten. Singdrosseln, Wacholderdrosseln und Misteldrosseln fallen im Spätsommer und Herbst oft in Gruppen über Beerensträucher, Weinreben, Ebereschen und Obstbäume her. Wacholderdrosseln kommen im Winter in großen Schwärmen aus dem Norden und plündern dann Fallobst und Beeren. Auch hier schützen Netze um Sträucher und Bäume am zuverlässigsten, auf größeren Flächen ergänzt durch bewegliche optische Vergrämung.
Tipps und häufige Fehler
Viele Hausmittel werden gegen Amseln empfohlen: Alufolie, CDs, Kaffeesatz, Essig oder Pfeffer. Sie wirken meist nur wenige Tage, weil sich Amseln vor allem mit den Augen orientieren und schnell lernen, dass keine Gefahr droht. Gerüche spielen für sie kaum eine Rolle.
Auch Ultraschallgeräte helfen gegen Amseln nicht, da sie die Frequenzen nicht hören. Ein häufiger Fehler ist außerdem, Netze lose über den Strauch zu werfen: Amseln schlüpfen von unten hinein oder verfangen sich darin. Spannen Sie Netze straff und schließen Sie sie unten.
Amseln sind wie alle heimischen Singvögel geschützt. Vergrämen ist erlaubt, Fangen, Verletzen oder das Entfernen besetzter Nester nicht.
Fazit und weiterführende Informationen
Amseln vertreiben heißt vor allem, Beete, Beeren und Obst gezielt zu schützen: Netze und Gitter wirken dauerhaft, bewegliche Reize ergänzend, Hausmittel und Ultraschall kaum. So bleiben Ihre Pflanzen unversehrt und die nützlichen Singvögel trotzdem im Garten. Mehr zu anderen Vogelarten lesen Sie im Hauptratgeber.


